Helgoland ist Deutschlands am weitesten vom Festland entfernte Nordsee-Insel. Helgoland besteht aus der Hauptinsel, die sich in Unter-, Mittel- und Oberland gliedert, und der seit 1721 abgetrennten Insel Düne.
Die Hauptinsel von Helgoland besitzt im Süden neben der Landungsbrücke einen kleinen Sandbadestrand und fällt im Norden, Westen und Südwesten in steilen Klippen gut 50 Meter zum Meer hin ab. Am Nordwestende der Hauptinsel befindet sich das bekannteste Wahrzeichen Helgolands - die Lange Anna. Mit 61,3 Meter ist der Felsen die höchste Erhebung der Insel.
Auf der Insel "Düne" ist der kleine Helgoländer Flugplatz neben dem Campingplatz und dem alten sowie neuen Bungalowdorf angelegt. Hier teilen sich außerdem die Badegäste an manchen Tagen den Strand mit einigen Seehunden und Keglerobben, die ihre Scheu gegenüber Menschen weitgehend abgelegt haben.
Helgoland bildet mit seinen etwa 1300 Einwohnern eine amtsfreie Gemeinde, diese ist zwar Teil des deutschen Wirtschaftsgebiets, gehört aber weder zum Zollgebiet der Europäischen Union noch zum deutschen Steuergebiet.
Helgolands Wappen stammt aus dem Jahre 1696, die Farben des Wappens wurden erst im 19. Jahrhundert mit dem Erscheinungsbild des Insel begründet:
"Grön is dat Land, rot is de Kant, witt is de Sand. Dat sünd de Farven vun´t hillige Land."
"Grün ist das Land, rot ist die Kant, weiß ist der Sand. Das sind die Farben von Helgoland."
Die traditionelle Sprache Helgolands ist das Halunder genannte Helgoländer Friesisch. Dieser inselfriesische Dialekt der nordfriesischen Sprache ist auf der Insel auch zum Amtsgebrauch zugelassen.
Die bunt bemalten, hölzernen Hummerbuden am Hafen sind ehemalige Wohn- und Werkstätten der Fischer. Die heutigen Nutzungsarten stehen meist im Zusammenhang mit dem Tourismus.
Der Leuchtturm Helgolands besitzt das lichtstärkste deutsche Feuer mit einer Tragweite von 42 Seemeilen, so dass der Lichtstrahl in klaren Nächten bis zu den Ostfriesschen Inseln auszumachen ist.
Im April 1945 war der damalige U-Boot-Stützpunkt der Insel Ziel eines massiven Luftangriffs der Briten, die Helgoland in den Folgejahren als Übungsziel für die britische Luftwaffe nutzten. Von den Bombardierungen zeugen die Bombenkrater im heuteigen Oberland.
Am 18. April 1947sollten in einer Sprengung sämtliche militärischen Anlagen auf und unter der Insel sowie alte Munitionsbestände vernichtet werden. Die Spregnun führte zu einer nachhaltigen Veränderung ihres Aussehens. Nach der bis heute größten nichtnuklearen Sprengung der Geschichte der britischen Luftwaffe bei dem 1.000 britische Flieger innerhalb von 104 Minuten etwa 7.000 Bomben abwarfen, war die Insel unbewohnbar und wurde evakuiert. Ein Teil der Bevölkerung fand eine Bleibe auf der Insel Sylt, von wo aus sie weiterihn Fischfang in ihren gewohnten Gewässern Betreiben konnten.
Am 20. Dezember 1950 besetzten zwei Heidelberger Studenten zusammen mit dem damals Geschichte dozierenden Publizisten Huberuts zu Löwenstein die Insel und hissten die deutsche Flagge, die Flagge der Europäischen Bewegung und die Flagge Helgolands. Dies löste eine breite Bewegung zur Rettung Helgolands aus. Der Bevölkerung wurde erlaubt wieder auf ihre Insel zurückzukehren.
Nach dem Wiederaufbau im einheitlichen Stil der Zeit leben die Helgoländer vom Fremdeverkehr und Kurbetrieb. Helgoland wurde 1962 als Nordseeheilbad staatlich anerkannt.
Heute können rund 400m der alten unterirdischen Bunkeranlagen und Schutzräume in Führungen besichtigt werden. Die genaue Zahl und Länge der unterirdischen Gänge auf der Insel sind noch immer unbekannt.
Während der Touristensaison fahren täglich Seebäderschiffe sowie schnelle Katamaranfähren von verschiedenen Häfen auf dem deutschen Festland. Die Seebäderschiffe laufen den Hafen von Helgoland nicht an, sondern müssen auf Reede gehen. Dort müssen die Passagiere in die kleinen Börteboote umsteigen, die sie dann an Land bringen. Eine in Deutschaldnd einmalige Touristenattraktion. Das Ausbooten wird mit offenen, kräftig gebauten Börebooten durchgeführt, die noch aus der Zeit der Fischerei stammen.
In der Hauptsaison bringt ein Buszubringer viele Touristen aus dem Urlaubsort Husum zum Schiffsableger nach Büsum.